EZB wirbt für „anonymen“ digitalen Euro: Bürger kritiseren „Slavecoins“

Die EZB hat ein weiteres Arbeitspapier zum digitalen Euro veröffentlicht, und damit erneut für Verärgerung unter Europäern gesorgt, die gegen eine digitale Zentralbankwährung sind.

Die EZB ein weiteres Arbeitspapier zum digitalen Euro veröffentlicht. In diesem wurde eine potentielle europäische digitale Zentralbankwährung und dessen Rolle im bestehenden Finanzsystem in einer umfassenden technischen Analyse betrachtet.

Es Arbeitspapier wurde am 13. Mai veröffentlicht und untersucht Fragen zur Finanzintermediation, Zahlungsmöglichkeiten und Datenschutz in der digitalen Wirtschaft. In diesem Zusammenhang werden auch viele mathematische Schlussfolgerungen aufgezeigt.

Aus der Studie geht hervor, dass eine „CBDC mit Anonymität“ traditionellen digitalen Zahlungen wie Bankeinlagen vorzuziehen sei, aber diese könnten durch digitale Währungen oder „Zahlungs-Token“, die von Technologieriesen ausgegeben werden, „verdrängt werden“.

„Dieses Risiko wäre besonders spürbar, wenn diese Plattformen auf dem Markt für Finanzdienstleistungen mit Banken konkurrieren. Eine gemeinsame Datennutzungsoption könnte jedoch zu einer weitläufigen Akzeptanz von CBDCs führen“, wie es in dem Arbeitspapier heißt.

Der EZB zufolge sei eines der Hauptprobleme beim Bargeld, dass es nicht für effizientere Online-Überweisungen verwendet werden kann. Die Anonymität werde jedoch gewahrt. Im Gegensatz dazu können Bankeinlagen online getätigt werden, bieten aber nicht genügend Anonymität.

Schließlich können sich Händler mit digitalen Währungen, die von Technologieplattformen ausgegeben werden, vor den Banken verstecken. Damit können diese Plattformen den Wettbewerb ersticken“, so die EZB. Weiter hieß es:

Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt ihr CBDC-Projekt weiter voran, obwohl die Europäer einem digitalen Euro nicht allzu positiv gegenüberstehen.

„Ein unabhängiges digitales Zahlungsinstrument, also eine CBDC, mit der Agenten ihre Zahlungsdaten mit ausgewählten Parteien teilen können, kann alles reibungsloser machen. Durch die Einführung einer CBDC mit Anonymität könnten Händler verhindern, dass die Banken Informationen aus den Zahlungsströmen einsehen können.“

Die EZB wirbt weiterhin für einen potenziellen digitalen Euro mit Anonymitätsfunktionen, doch die Europäer sind unterdessen nicht so optimistisch im Hinblick auf eine CBDC. Aus den Rückmeldungen bei einer anderen Konsultation zum Thema Digitaler Euro geht hervor, dass die Mehrheit der Europäer gegen die Einführung einer CBDC in der Europäischen Union seien.

Die Konsultation vom 5. April hat bei Redaktionsschluss 14.110 mal Feedback bekommen. Viele sind gegen eine von der Zentralbank kontrollierten digitalen Währung und dem damit verbundenen Mangel an Privatsphäre. In einigen Online-Kommentaren wurde CBDCs sogar als „Slavecoin“, also Sklaven-Coin, bezeichnet. Damit sollte die „digitale Sklaverei“ kritisiert werden, die durch solche Finanzinstrumente eingeführt werden könnte.

„Der digitale Euro im Sinne der EU ist wieder mit dem Schutz für die Privatsphäre noch mit den Datenschutzbestimmungen vereinbar. […] Es ist ein Kontrollsystem für die kleinen Bürgen nötig“, so der Österreicher Schmidl Andreas.

„Ich bin absolut gegen die Einführung eines digitalen Euros, weil ich nicht vom Internet abhängig sein möchte, wenn ich etwas kaufe. Ich lehne den digitalen Euro strikt ab, weil er zu einer totalen Kontrolle führt und unsere Grundrechte und Freiheiten einschränkt“, so ein weiterer anonymer Nutzer.

Wie Cointelegraph bereits berichtete, ist die Privatsphäre der Nutzer eines der größten Probleme im Zusammenhang mit digitalen Zentralbankwährungen. Für Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt wurde das zu einem großen Problem, da sie illegale Finanzaktivitäten verhindern und gleichzeitig die Vertraulichkeit wahren müssen.

Laut einer öffentlichen Konsultation zum digitalen Euro vom April 2021 ist der Schutz der Privatsphäre der Nutzer sowohl für Bürger als auch Experten in der Europäischen Union das wichtigste Merkmal bei einem digitalen Euro.

In diesem Zusammenhang: Datenschutz beim digitalen Euro: Anonymität laut EZB nicht „wünschenswert“

Es gibt noch eine Reihe weiterer Probleme im Zusammenhang mit einem digitalen Euro, etwa die angeblich fehlende Nachfrage. Jonas Gross, Vorsitzender der Digital Euro Association, erklärte im April gegenüber Cointelegraph, das primäre Ziel des digitalen Euro sei noch unklar. Letztes Jahr erklärte der Regulierungsbeauftragte der spanischen Bank BBVA Pablo Urbiola, es sei nicht genau klar, welche Art von Kundennachfrage mit dem digitalen Euro befriedigt werden sollte.

Laut Mairead McGuinness, der Leiterin der Finanzabteilung der Europäischen Kommission, rechnet die EZB mit einem Prototyp einer CBDC gegen Ende 2023.

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